14
Jul

Road to Roth – The Andreas Way

18. Juli 2016, Jan Frodeno wird unter „Standing Ovations“ nach seiner Weltrekordzeit auf die Bühne bei der Siegerehrung der Challenge Roth 2016 gerufen. Ich saß bzw. stand zu diesen Zeitpunkt in der zweiten Reihe vor dem Podium und war immer noch vom Vortrag, an dem ich meine zweite Langdistanz (und das erste Mal Roth) gefinisht hatte, geflasht. Im Vorfeld habe ich mir fest vorgenommen 2017 keine Langdistanz zu machen, aber spätestens jetzt kribbelte es gewaltig in mir. Eine Woche später bei der Online-Anmeldung wollte ich dann aus einer Kaffeelaune heraus, zumindest einen Staffelplatz ergattern, quasi als Kompromiss. Dummerweise wurde aufgrund einer Panne bei der Anmeldung aus der geplanten Staffel ein Einzelstartplatz. Das muss wohl Schicksal sein, dachte ich mir und startete meine zweite „Road to Roth“!

 

50 Wochen und etliche Trainingskilometer später war ich dann auch tatsächlich wieder auf dem Weg nach Roth. Je näher ich mich bei der Anreise Roth näherte, umso mehr kamen bei mir die Erinnerungen aus dem letzten Jahr hoch und Vorfreude und Gänsehaut wechselten sich irgendwie ab. Nachdem ich kurz in meiner Unterkunft eingecheckt hatte ging es danach zur Abholung der Startunterlagen. Meine Zielzeit von 10:59:59 bescherte mir dieses Mal die Startnummer 2082 und eine Startzeit um 07:25 Uhr. Nach einer kurzen Runde über die Triathlon-Messe ging es zur Pasta Party und danach relativ zeitig ins Bett. Am nächsten Morgen standen als Vorbelastung nochmals 45 min auf dem Rad und 15 min Laufen mit drei Steigerungen an. Danach gönnte ich mir noch einen kleinen Mittagsschlaf, bevor es zum Bike Check-in ging. War ich letztes Jahr noch auf dem Nebenplatz, stand dieses Jahr mein Rad relativ nah am Wechselzelt. Nachdem mein Rad in der Wechselzone stand, ging es wieder nach Roth zur Wettkampfbesprechung. Hier konnte man sich im wohl temperierten Zelt schon mal gut auf die gemeldeten Bedingungen für Sonntag einstellen. Nach der Wettkampfbesprechung traf ich mich noch kurz mit Susi von Runskills, welche am Sonntag als Staffelläuferin am Start war. Nach einen kurzen Pläuschen und der Erkenntnis dass es am Sonntag zu warm wird, ging es für mich zurück zur Unterkunft! Dort gab es nochmals Pasta, eine nette Unterhaltung mit anderen Teilnehmern und um 22 Uhr ging es dann auch schon ins Bett!

 

Am Rennmorgen klingelte um 03:55 Uhr der Wecker! Aufstehen, anziehen, frühstücken und dann ging es auch schon Richtung Hilpoltstein, wo ich um kurz vor 5 eintraf. Mit genügend Zeit ging es in die Wechselzone um die Reifen aufzupumpen, das Rad nochmals zu checken und meinen roten Beutel abzulegen. Danach gab es mit den Trainingskollegen von Triathlon Augsburg noch ein Gruppenfoto! Während um 06:30 Uhr die Profis starteten, ging ich nochmal in mich und bereitete mich langsam auf meinen Start vor. Um 07:20 ging es dann in den Vorstartbereich und 5 Minuten später ertönte dann auch für meine Startgruppe der Kanonenschlag. Ich konnte schnell meinen Rhythmus finden und kam auch relativ zügig zum ersten Wendepunkt. Von dort aus ging es 1900 m wieder in die andere Richtung zum zweiten Wendepunkt, nach welchem nochmals rund 400 m bis zum Ausstieg warteten. Ich fühlte mich relativ gut, konnte aber meine Zeit nur schwer einschätzen. Umso glücklicher war ich, als ich beim Schwimmausstieg in Richtung Wechselzelt einen kurzen Blick auf meine Uhr war: 1:17! Da ich zwischen 1:15 und 1:20 schwimmen wollte, war ich ganz zufrieden. 

Der erste Wechsel verlief problemlos und so ging es voll motiviert auf die Radstrecke. Hier war von den gemeldeten 14 Stunden Sonnenschein zunächst nichts zu sehen, worüber ich aber auch nicht unglücklich war. Trotz etwas Wind radelte ich relativ flott Richtung Greding, wo meine Trainerin und etliche Freunde mich lautstark den Berg hochschrien. Nach der Abfahrt ging es über Obermässing und Eysölden wieder Richtung Hilpoltstein. Kurz vor Hilpoltsein hieß es dann „festhalten und genießen“: zunächst wartete der Kränzleinsberg, wo das Team Arndt für super Stimmung sorgte. Nach eine kurzen Abfahrt ging es dann den Solarer Berg hoch – Gänsehaut-Feeling pur. Noch schöner natürlich, wenn man in den Menschenmassen immer wieder bekannte Gesichter erblickt. Wenig später befand ich mich bereits auf der zweiten Radrunde, welche ich dann einen Tick langsamer fuhr. Nach 5:32 war die Radstrecke für mich beendet und es ging nach einen sehr schnellen Wechsel (1:12!) auf die Laufstrecke und ich freute mich riesig auf meine Paradedisziplin.

 

Gleich am Ausgang der Wechselzone warteten mit Gerd und Jürgen zwei Freunde und feuerten mich kräftig an, was mich doch glatt zu einer Pace von 4:09 min/km auf dem ersten Kilometer pushte. Nach rund vier Kilometern hatte ich meine anvisierte Pace erreicht und die ersten Kilometer liefen problemlos. Nach dem Wendepunkt ging es wieder zurück nach Roth und von da aus auf dem neuen Streckenabschnitt Richtung Büchenbach. Die im Vorfeld als „einfach und schnell“ angekündigte Strecke, wartete dann doch mit einen sehr welligen Profil auf. Dafür wurde man aber mit einer super Stimmung in Büchenbach wieder entschädigt. Nachdem es mir bei Kilometer 20 regelrecht schwindelig wurde, musste ich erstmal sechs bis sieben Kilometer gehen und habe dabei schon schlimmstes befürchtet. Nach der dritten Verpflegungsstation hatte ich aber meinen Körper wieder einigermaßen „lauffähig“ und konnte wieder mit einer nennenswerten Pace laufen. Die Anstiege musste ich aber weiterhin gehen und auch durch die Verpflegungsstellen bin ich ab diesen Zeitpunkt nur noch gegangen und habe versucht genügend Verpflegung aufzunehmen. Mein Ziel von Sub11, habe ich zu diesen Zeitpunkt allerdings schon abgeschrieben und ich wollte nur noch schneller sein als letztes Jahr. Als ich zum fünften Mal bei der Acuna-Apotheke vorbeilief und endlich Richtung Finishline abbiegen durfte, ging ich von einer Zielzeit von 11:10 aus. Umso überraschter war ich im Ziel, als plötzlich 10:59:07 aufleuchteten.

 

Mein Fazit:

Roth war einfach wieder der Hammer! Mein Ziel von Sub 11 habe ich erreicht und bin mit meiner Leistung beim Schwimmen und auf dem Rad mega zufrieden. Beim Laufen habe ich mir (ehrlich gesagt) etwas mehr erwartet, aber die Bedingungen und die neue Laufstrecke waren jetzt auch nicht gerade einfach. Und ich weiß, dass beim nächsten Start hier auf jeden Fall noch Potenzial vorhanden ist. Apropos nächster Start, Lust hätte ich ja schon 2018 wieder zu starten, aber nächstes Jahr gibt es wirklich mal „Langdistanz-frei“ bei mir. Dafür stehen zwei Mitteldistanzen auf dem Programm, bevor es dann wieder heißt: „Road to Roth 2019“!

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