31
Mai

4. Platz in Ingoldorf

oder Ingolstadt. Je nachdem, ob man aus einem größeren Dorf kommt oder tatsächlich aus einer Stadt. Für mich, als Augsburger fühlt sich Ingolstadt tatsächlich kleiner an, obwohl Ingolstadt doch fast 135 Tausend Einwohner hat.

Dafür hat Ingolstadt einen viel größeren Triathlon als Augsburg. Auf der Olympischen Strecke gab es 700 Startplätze, dazu noch die Mitteldistanz und eine Sprintdistanz. Alles an einem Ort mit super

Orga.
2015 habe ich in Ingolstadt meinen ersten Triathlon gemacht. Damals bin ich auch auf der Olympischen Distanz gestartet und habe 2 1/2 Stunden für die Strecke gebraucht. Das sah damals noch etwas anders aus als es am letzten Sonntag getan hat. Schön in der Wechselzone die Radsocken und das Radtrikot angezogen. Mein Ebay Kleinanzeigen Fahrrad und und und.. Trotzdem ein super erster Triathlon. Und dort hat mich der Triathlon Virus sofort gepackt.

Nun, 2 Jahre später, und 1/2 Stunde schneller, war es immer noch ein geiles Rennen. Startunterlage habe ich am Samstag geholt und das Rad vorbereitet. Mit neuen Laufrädern und frischem Material ging es am Sonntag morgen in die Wechselzone. Ich war bereits um 8 Uhr in der WZ und
habe mein Material an Ort und Stelle gebracht. Von Stratos-Alu-Racer habe ich auf ein Felt B14 Carbon gewechselt.
Selbes Felt Carbon, welches in der WZ zwei Plätze weiter gestanden ist. Eine neue Herausforderung: Das gleiche Fahrrad direkt neben meinem in der Wechselzone. Zum Glück waren die Laufräder andere und ich stand näher zum Schwimmaussteig.

Um 9 war ich fix und fertig mit der Wechselzone. Rad war aufgebaut, Laufschuhe hergerichtet, Helm auf dem Lenker neben der Startnummer, Radbrille im Helm. Ein letzter Blick, ob alles passt und dann ging es zum Schwimmstart. In Richtung Schwimmstart trifft es besser, weil es noch 1 1/2 Stunden (10.30 ging es für mich los) bis zum Start waren. Gemütlich in den neuen Einteiler gezwungen. Hauptsache Eng ist da die Devise.

Am Schwimmstart gab es genug Platz für alle um auch größere Rucksäcke als Wechselbeutel zu nutzen. Schwarzer Neo zu Weißer Badekappe und Weißer Schwimmbrille. So ging es auf den riesig kleinen Sandstrand am Ingolstädter Baggersee. Bisschen warm gemacht, die Nervosität vor dem Rennen steigt auch jetzt jedes mal. Punkt 10.30 sprangen die schnellen Schwimmer in den Baggersee. Auf Gehts, Ab Gehts, 1500 Meter Schwimmen. Bis zur ersten Boje war ich in einer größeren Gruppe mit einem guten Tempo unterwegs. Das waren circa 400 Meter. Danach ging es ziemlich einsam mit einem weiteren Schwimmer nach vorne. Der Kollege zog immer etwas nach rechts von der Ideallinie. Also habe ich immer nach den Bojen 100 Meter an der Hüfte mitgepaddelt. Dann wieder gerade aus weiter. Da er etwas besser als ich war, hatten wir uns an den Bojen immer wieder getroffen. Nach 19.58 bin ich ziemlich weit vorne schon aus dem Wasser gestiegen. Sah bestimmt so aus, wie damals Haily Berry in James Bond.

So grazile wie Haily Berry war ich dann aber in der Wechselzone nicht mehr. Neo Runter gerissen, Brille aufgesetzt, Zeitchip nochmal fest gezogen (hatte das Gefühlt der Fällt gleich ab), Helm rauf, Startnummer rum. Dann erstmal den Po etwas locker gemacht auf den ersten 2 Radkilometern. Das Stück „Strasse“ ist sehr schlecht und dort auch noch die Schuhe anziehen, war sportlich. Aber nach der Kurve auf die Baggersee-Strasse ging es ab. Einmal am Biergarten vorbei und hoch auf die Hauptstrasse. Noch 38 Kilometer vor mir und mehr als 99% aller Starter hinter mir. Ein geiles Gefühl, das hat mich auch richtig auf dem Bike gepusht. Die ersten beiden guten Radfahrer hatten mich bereits in den ersten 5km der Radstrecke. Beim zweiten konnte ich dann dran bleiben, Mental dran bleiben. Es war trotzdem hart und der Puls konstant über 160. Erst nach 20km ist der Puls unter 160 gefallen. Die Strecke aus Ingolstadt raus hatten wir Rückenwind und fuhren um die 44 km/h. Zurück wurde es durch die 3 Anstiege und den Gegenwind etwas langsamer. Alles im allem habe ich für die 40km 1 Stunde und 1 Minute gebraucht.

Zum ersten mal hab ich mir eine Ernährungsstrategie zurecht gelegt. In meiner Aero Flasche waren 500ml Wasser, welche ich auf dem Rad trinken wollte. Dazu hatte ich noch 2 Gels (High 5 Himbeere, 33g). Das erste Gel habe ich bei knapp 25km genommen. Das zweite bei 35 Kilometern, kurz bevor es wieder nach Ingolstadt rein gegangen ist. Dazu immer wieder Wasser nach Gefühl und nach den Gels. Beim Laufen habe ich fast nichts getrunken und mir das Wasser was ich bei meiner Pace bekommen konnte eher über den Kopf geschüttet. Ein paar Tropfen sind aber auch im Mund gelandet 😉

Triathlon Ingolstadt -2017 Baggersee – Zieleinlauf Olympische Distanz Emotionen Tom Hohenadl

Mit einer kleinen Gruppe von 4 Leuten bin ich dann wieder in Ingolstadt angekommen. Wechselzone 2 lief auch sehr gut. In den ersten Schuh bin ich etwas behäbig rein gekommen, dafür in den zweiten echt schnell. Als erster der Gruppe ging´s dann auf den Kiesweg um den Baggersee. Betrieb war schon wie um 12 am Stachus. Es war schon verdammt warm, so kurz vor 12 in der Mittagshitze. Positiv war, dass die Mitteldistanzler immer im Schatten gelaufen sind. Mit ein wenig Schlangenlinien konnte ich also Staufrei laufen. Einmal kurz rangeln müssen an einer Verpflegungsstation. Die knapp 2 Runden um den See mit einer Brücke über den Schwimmausstieg flog ich in etwas mehr als 35 Minuten ab. Pace: 3.42 laut meiner Garmin.

Zum Zeitpunkt als ich aus der Wechselzone gekommen bin, wusste ich nur: „Auf gehts Daniel (war anscheinend Hinter mir in der Wechselzone), du bist 9., weiter so“. Noch hatte die Hitze mein Hirn nur leicht in Beschlag genommen: 8. Platz. Stark. Dafür, dass ich in die Top 20 wollte, kann man so machen. Jetzt gabs nur eine Möglichkeit: Schnell weiter, weil nur die Top 20 waren schon aus meinem Kopf raus. Top 10 halten und schön durchlaufen. Beine waren schnell da, Zucker im Blut, Stirnband auf und Sonnenbrille rum. Wissentlich habe ich noch 3 Leute überholen können, einer davon der starke Radfahrer von Kilometer 5. Mehr Überblick über das ganze Rennen hatte ich dann nicht mehr.

Im Ziel dann erstmal schön auf den Boden gelegt und durchgeatmet. Keine Ahnung welchen Platz ich dort hatte. Außerdem können ja auch schnelle Damen und Herren in Startgruppe 2 und 3 sein. Kaiserschmarrn´als Afterrace-Verpflegung reingehauen, ein Weizen und das ein oder andere Iso. Kurz zum Duschen und dann die weiteren Athleten angefeuert.

Später am Nachmittag war die (etwas langwierige) Siegerehrung direkt am Start. Man hatte überhaupt kein Netz, so dass ich bis ich zuhause war, nicht wusste welchen Platz ich gesamt gemacht hatte. Meine Ak hatte ich gewonnen, da ich als Sieger auf die Bühne gerufen wurde. Zuhause dann die Ernüchterung: Keine Ergebnisse verfügbar. Sheet. Aber nach einigen Minuten des Wartens, Zitterns, Leidens, der Anspannung dann endlich die Ergebnisliste.

Ja. 1 Minute hätte mir zu einem der coolsten Pokale der Triathlonszene gefehlt (Ingolstädter Löwe aus Glas). 4. Platz auf der Olympischen Distanz mit 1h58m48s. Unglaubliches Ergebnis, super Zeiten. Die Trainingsstunden der letzten Monate zahlen sich super aus. Der Erfolg aus dem Training sind die letzten Ergebnisse: 43,2km Wings for Life Run, 4. Platz Firmenlauf Augsburg, 4. Platz Ingolstadt Triathlon. 

So kann es weiter gehen. So kann Roth kommen. So fühle ich mich super, mega, bombastisch gut.

Bis Roth (Stand Heute: T-39 Tage)

Liebe Grüße

Tom

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

One Comment

  • Foxi sagt:

    Klasse Bericht, Tom – und ein ganz starkes Rennen!
    RESPEKT und jede Menge Glückwünsche. Erhol dich gut und dann nimm deine Vorbereitung für ROTH wieder auf. Dort aber – das weißt du ganz bestimmt – gilt es, die Kräfte anders einzuteilen, denn so sollen, müssen, viel länger halten.

    Alle Daumen und Zehen sind jedenfalls gedrückt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.